Sie sehen in jedem Angebot Ihre Marge — und trotzdem bleibt am Jahresende weniger übrig als gedacht? Das liegt selten an einem einzelnen Umzug. Es liegt daran, dass Halle, Büro, Versicherungen, Werbung, Abschreibungen und Ihr eigener Lohn in keiner Angebotsposition stehen. Genau diese Kosten erfassen Sie hier einmal — danach zeigt Umzo Ihnen in jedem Angebot den Zielpreis: den Betrag, ab dem der Auftrag Ihre Firma trägt.
1. Warum die Marge allein nicht reicht
Der Deckungsbeitrag (Umsatz − Eigenkosten) beantwortet die Frage: „Ist dieser Umzug besser, als gar nicht zu fahren?” Das ist eine wichtige Frage, aber nicht die entscheidende. Denn Halle und Büro laufen weiter, ob der LKW fährt oder steht.
Der Zielpreis beantwortet die zweite Frage: „Trägt dieser Umzug auch seinen Anteil an allem, was nicht auf der Baustelle passiert — und bleibt mein Mindestgewinn übrig?” Ein Angebot kann eine schöne Marge haben und trotzdem unter dem Zielpreis liegen. Beide Zahlen stehen deshalb nebeneinander in der Kalkulationsübersicht.
2. Was Sie brauchen
Sie haben zwei Wege, beide führen zum selben Ergebnis:
- Mit BWA vom Steuerberater — der schnelle Weg, rund fünf Minuten. Sie lesen die Zeilen Ihrer letzten Jahres-BWA einzeln ab: Personalkosten, Mat./Wareneinkauf, Fremdleistungen, Kfz-Kosten, Raumkosten, Versicherungen, Werbung, Reparaturen, Sonstiges, Abschreibungen.
- Ohne BWA — Umzo fragt Ihre Kostenblöcke einzeln ab: Miete Büro und Halle, Energie, Bürolöhne, Software, Werbung, Steuerberatung, Versicherungen, Fahrzeug-Fixkosten, Kraftstoff, Kolonnenlöhne, Materialeinkauf.
Alle Beträge sind Nettowerte. Was Sie nicht wissen, lassen Sie zunächst offen: Ihr Satz gilt dann als vorläufig und ist eine Untergrenze — er wird nie erfunden.
3. Die Fragen Schritt für Schritt
Öffnen Sie Einstellungen → Gemeinkosten & Zielpreis (im Einrichtungs-Assistenten ist es der Schritt „Ihre Gemeinkosten”).
- Weg wählen: mit oder ohne BWA. Ein Wechsel später ist möglich; die Angaben des anderen Weges werden dann verworfen, Ihre gemeinsamen Antworten bleiben.
- Pflichtangaben ausfüllen — sie sind mit einem Stern gekennzeichnet.
- Blöcke, die bei Ihnen nicht anfallen, mit dem Kästchen „fällt bei mir nicht an” abhaken. Das ist etwas anderes als ein leeres Feld: abgehakt heißt beantwortet.
- Vorschläge prüfen: Wo Umzo eine Zahl aus Ihrem eigenen Bestand kennt (Löhne aus Ihren Mitarbeitern, Ausgaben aus Ihrer Buchhaltung, Umsatz aus Ihren Rechnungen), schlägt es sie vor — mit der Quelle darunter. Übernommen wird sie erst mit einem Klick.
- Rechts mitlesen: Satz, Aufstellung (Zähler und Nenner), Gegenproben und Hinweise rechnen bei jeder Eingabe mit.
- Speichern.
GmbH-Geschäftsführer: Steht Ihr Gehalt bereits in den Personalkosten, tragen Sie beim Unternehmerlohn 0 € ein und setzen Sie zusätzlich das Kästchen „fällt bei mir nicht an” — erst damit gilt der Block als beantwortet.
4. Bezahlte oder verkaufte Stunde?
Die wichtigste Weiche steht ganz oben. Sie entscheidet, wo Urlaub, Krankheit und Leerlauf landen:
- Je bezahlter Stunde: Ihr hinterlegter Stundensatz gilt für jede bezahlte Stunde — auch für die, die niemand berechnet. Der unproduktive Teil gehört dann zu Ihren Gemeinkosten. So sind die Startwerte von Umzo gemeint.
- Je verkaufter Stunde: In Ihrem Satz sind Urlaub, Krankheit und Leerlauf bereits eingerechnet. Dann darf Umzo diese Zeit nicht ein zweites Mal aufschlagen.
Beide Antworten sagen nichts darüber aus, ob in Ihrem Satz schon Gemeinkosten stecken — das prüfen Sie in der Aufstellung und in der Gegenprobe „Zuschlagsbasis Ihrer Angebote”.
5. Die fünf Doppelzähl-Fallen
- Fremdleistungen: In der BWA-Zeile „Mat./Wareneinkauf” stecken sie meist mit drin. Umzo zieht sie deshalb genau einmal ab. Führt Ihre BWA sie getrennt, erhöhen Sie den Materialeinkauf um denselben Betrag.
- Weiterberechnete Gebühren: Halteverbot, Maut, Fähre, Entsorgungsentgelt und die Transportversicherung, die Sie dem Kunden je Umzug berechnen, tragen im Angebot keinen Zuschlag — also dürfen sie auch im Jahr keinen tragen. Tragen Sie sie in die Zeile „weiterberechnete Fremdgebühren” ein.
- Kilometersatz: Stecken Leasing, Kfz-Steuer, Kfz-Versicherung und die Fahrzeug-Abschreibung schon in Ihrem Kilometersatz, setzen Sie den Schalter auf „ja”. Umzo verschiebt beide Blöcke dann in die Basis, statt sie ein zweites Mal aufzuschlagen. Von Hand abziehen müssen Sie nichts.
- Verrechnungssätze: Enthalten Ihre hinterlegten Eigenkosten-Stundensätze bereits einen Gemeinkosten-Anteil, ist der berechnete Satz auffällig niedrig — Umzo weist Sie darauf hin und stellt Ihre Jahres-Einzelkosten der Zuschlagsbasis Ihrer letzten zwölf Monate gegenüber.
- Leiharbeit: Sie gehört in ihre eigene Zeile. Steht der Betrag in Ihrer BWA unter „Sonstige Kosten”, ziehen Sie ihn dort ab — sonst zählt er zweimal.
6. Warum Ihr Satz über 100 % liegen darf
Der Gemeinkostenzuschlag ist ein Aufschlag auf Eigenkosten, nicht auf den Umsatz. Ein Umzugsbetrieb, dessen Einzelkosten fast nur aus Kolonnenlöhnen und Material bestehen, kommt schnell auf 80 bis 140 % — Halle, Büro, Fahrzeuge, Werbung, Abschreibungen und Ihr Unternehmerlohn stehen alle im Zähler. Auffällig ist nicht ein hoher Satz, sondern ein sehr niedriger: Er bedeutet meistens, dass ein Kostenblock fehlt oder dass Ihre Stundensätze schon Gemeinkosten enthalten.
Die Musterrechnung im Ergebnis rechnet den Prozentsatz sofort in Euro um — bei einem Satz von 114,00 % und 8,00 % Mindestgewinn zum Beispiel: „Bei 1.000,00 € Eigenkosten: 1.000,00 € + 1.140,00 € = 2.140,00 € Selbstkosten → 2.311,20 € Zielpreis.” Darunter steht, was Ihr Mindestgewinn vom Zielpreis aus betrachtet ausmacht. So sehen Sie an einer runden Zahl, was Ihr Satz für einen typischen Auftrag bedeutet.
7. „Verwaltungskostenzuschlag” — warum wir Gemeinkostenzuschlag sagen
Andere Programme nennen dieselbe Zahl Verwaltungskostenzuschlag. Wenn Sie den Begriff aus Ihrer bisherigen Software kennen: Es ist dieselbe Größe. Wir sagen bewusst Gemeinkostenzuschlag, weil in den Satz weit mehr als die Verwaltung einfließt — Halle, Werbung, Abschreibungen und Ihr Unternehmerlohn gehören genauso dazu. Im deutschen Kalkulationsschema sind das Fertigungs-, Vertriebs- und Verwaltungsgemeinkosten zusammen.
8. Der Zielpreis im Angebot
Sobald Ihr Satz steht, zeigt die Kalkulationsübersicht in jedem Angebot die ganze Kette:
| Zeile | Bedeutung |
|---|---|
| Eigenkosten | Was der Umzug Sie unmittelbar kostet |
| davon ohne Zuschlag | Durchlaufende Positionen (siehe unten) |
| + Gemeinkosten | Ihr Zuschlag auf die Zuschlagsbasis |
| = Selbstkosten | Eigenkosten + Gemeinkosten |
| + Mindestgewinn | Ihr Prozentsatz auf die Zwischensumme |
| = Zielpreis | Ab hier trägt der Auftrag Ihre Firma |
| Über/Unter Zielpreis | Ihre Angebotssumme − Zielpreis |
Liegt ein Angebot darunter, kennzeichnet Umzo das auch in der Angebotsliste mit einem roten Zeichen an der Marge; der Filter „Nur unter Zielpreis” zeigt genau diese Angebote. Blockiert wird nie — der Preis bleibt Ihre unternehmerische Entscheidung.
Brauchen Sie für einen Rahmenvertrag oder einen Großauftrag bewusst einen anderen Satz, öffnen Sie im Angebot „Zuschlag für dieses Angebot”. Das gilt nur für dieses eine Angebot, nur im Entwurf, ist sichtbar gekennzeichnet — und ein Klick führt zurück auf Ihren Firmenwert. Beim Versenden friert Umzo den angesetzten Satz am Angebot ein: Ein später geänderter Firmensatz bepreist versendete Dokumente nie nachträglich um.
9. Positionen ohne Zuschlag
Manche Zeilen reichen Sie 1:1 weiter: ein komplett fremdvergebener Umzug, die Halteverbotsgebühr, die Versicherungsprämie. Sie tragen weder Gemeinkosten noch Mindestgewinn — Ihr Aufschlag darauf steckt im Verkaufspreis, nicht in einem Prozentsatz. Umzo setzt das Häkchen „ohne Zuschlag” bei diesen Positionsarten von selbst; Sie können es je Zeile in beide Richtungen ändern. Das Häkchen sehen nur Benutzer, die Eigenkosten sehen dürfen.
10. Einmal im Jahr prüfen
Ihre Gemeinkosten ändern sich: neue Halle, neuer LKW, Tariferhöhung. Umzo merkt sich, wann Sie die Zahlen zuletzt bestätigt haben, und weist Sie nach 15 Monaten mit einer ruhigen Zeile darauf hin. Am einfachsten machen Sie es zur Gewohnheit, sobald die Jahres-BWA vorliegt: Zahlen aktualisieren, speichern, fertig.
Wer sieht das alles? Nur Benutzer mit Einsicht in Eigenkosten. Auf Angebot, Rechnung, E-Rechnung, in E-Mails und auf jeder Seite, die Ihre Kunden sehen, erscheint keine dieser Zahlen.
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